Das sah das Konzept nicht vor: Auch der Bühnenturm des Festspielhauses Bayreuth braucht eine grundlegende Sanierung. © R. Ehm-Klier, festspieleblog.de

Festspielhaus: Baustelle bis 2026

Eigentlich sollten am Festspielhaus Bayreuth schon wieder Gerüste stehen. Bei der Pressekonferenz am Ende der Festspielzeit 2016 kündigte Holger von Berg, Geschäftsführer der Bayreuther Festspiele an, Ende November sollte die Fassadensanierung fortgesetzt werden. Doch nun geht’s in die Winterbau-Pause und es ist nichts passiert. von Berg zeigt sich aber “tiefenentspannt”, wie er heute (23. November) betont, “wir bleiben im Zeitplan”. Auch wenn sich mittlerweile herausgestellt hat, dass auch der dominierende Bühnenturm einer Sanierung bedarf. Damit soll im September 2017 begonnen werden, also unmittelbar nach Ende der nächsten Festspielzeit.

Sieben Millionen im nächsten Abschnitt

Immerhin fließen die geplanten Mittel nun offensichtlich. Heute (23. November 2016) gab Dr. Georg Freiherr von Waldenfels in seiner Funktion als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Bayreuther Festspiele GmbH bekannt, dass die Gesellschafterversammlung den zweiten Bauabschnitt, in dem sieben Millionen Euro investiert werden, freigegeben hat. In einer von den Bayreuther Festspielen veröffentlichten Mitteilung wird Waldenfels zitiert: “Ich freue mich über die einmütige Entscheidung aller Gesellschafter und darüber, dass damit eine tragfähige Grundlage für die erfolgreiche Fortsetzung der Sanierungsarbeiten am Festspielhaus geschaffen wurde.”

Doch es ist Zeit auf der Strecke geblieben. Das wird auch in der Pressemitteilung bestätigt: “Leider konnte bisher kein Baubeginn erfolgen, da die Maßnahme und die entsprechenden Mittel nicht freigegeben worden waren”, heißt es darin, ohne auf die Hintergründe einzugehen. Nach Informationen von festspieleblog.de standen die Gelder, die in der Hauptsache von Bund und Freistaat sowie der Mäzenatenvereinigung “Gesellschaft der Freunde von Bayreuth” und der Stadt Bayreuth kommen, zum Abruf bereit. Als zuständige Baubehörde hätte jedoch die Regierung von Oberfranken diese Mittel freigeben müssen. Doch die Behörde wollte, wie zu erfahren ist, eine weitere Prüfung — ein bislang unbekanntes Vorgehen, wie uns bestätigt wird. Festspiele-Geschäftsführer von Berg mag sich dazu nicht äußern, er betont: “Die Hauptsache ist, dass die Sanierung weitergeht und der Weg für den zweiten Bauabschnitt frei ist.”

Jetzt ist es ohnehin zu spät, denn der Winter kommt, wie auch in der heutigen Pressemitteilung erklärt wird. Ein Start sei jetzt nicht mehr sinnvoll. Denn die Winterpause auf dem Bau steht bevor, “und bis im Frühjahr die Gerüste aufgestellt wären, müssten sie wegen der beginnenden Vorbereitungen zu den Festspielen bald wieder abgebaut werden.”

Mit 30 Millionen Euro war die grundlegende Sanierung des Festspielhauses 2011 veranschlagt. Das wird nun nicht mehr reichen, das bestätigt sich auch bei Durchsicht der heutigen Mitteilung.  Aufgrund der umfangreichen und detaillierten Bestandsaufnahme durch das beauftragte Architekturbüro Stephan müsse davon ausgegangen werden, “dass das in der Finanzierungsvereinbarung vom 11. September 2013 enthaltene Konzept ‘Fassadensanierung und Reparatur im Innern’ nicht aufrecht erhalten werden kann.” Die Mängel seien derart gravierend, “dass zur Sicherstellung der dauerhaften und langfristigen Betriebsgenehmigung für die Festspiele, selbst wenn diese pro Jahr nur wenige Monate dauern, eine grundlegende Sanierung erforderlich ist, die alle Gewerke betrifft”, heißt es weiter in der Mitteilung.

“Politische Entscheidungsprozesse anstoßen”

Bis Anfang April 2017 wird nun mit einer konkreten Kostenschätzung gerechnet. Dann, so ist der Pressemitteilung zu entnehmen, “könnten die notwendigen weiteren politischen Entscheidungsprozesse angestoßen werden”. Schließlich muss die Sanierung des Bayreuther Wahrzeichens finanziert werden. Das wiederum ist Sache der Gesellschafter in der GmbH, die im Gegenzug für die Großinvestition das Festspielhaus bis 2040 von der Richard-Wagner-Stiftung gemietet haben. Gegen diesen Mietvertrag hingegen klagt der Teil der Familie Wieland Wagner. Auch hier steht die Entscheidung noch aus.

Aber demnächst können nun die Bauarbeiter an der prominenten Baustelle auf dem Festspielhügel Bayreuth anrücken. Waldenfels resümiert: „Wir haben heute eine weitere wichtige Weichenstellung für die Zukunft getroffen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass bis zum Jahr 2026, dem 150-jährigen Jubiläum der Bayreuther Festspiele, das historisch so wertvolle und international einzigartige Festspielhaus vollständig saniert sein kann und in neuem Glanz erstrahlen wird.“

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