Screenshot vom Kartenvorverkauf am 1. Februar

Millionen Klicks im Ticket-Shop

Screenshot vom Kartenvorverkauf am 1. Februar

Es geht voran, nur noch wenige Minuten dauert es, und wir können Karten online kaufen.

Na bitte, funktioniert doch: Bayreuther Festspiele und Internet-Dienstleister TMT sind glücklich und zufrieden, wenn sie über den  Online-Verkauf der Festspielkarten vom Sonntag (1. Februar) erzählen. Innerhalb von vier Stunden waren sämtliche Karten weg — immerhin 19 000 Stück aller Preiskategorien. Wer schnell genug im Ticket-Shop war, ergatterte sogar Premierenkarten für Tristan und Isolde. Und das ohne jahrelange Wartezeit.

Millionen Klicks

Kein Wunder, dass Festspielsprecher Peter Emmerich am Ende des Tages äußerst zufrieden ist: „Es ist sehr, sehr gut gelaufen“, sagt er tiefenentspannt.

Und es war ein Millionenpublikum, das Schlag 14 Uhr Ortszeit ins virtuelle Kartenbüro drängte. Peter Maisel, Geschäftsführer von Internet-Dienstleister TMT in Bayreuth, erzählt jedenfalls von einer Klickzahl im siebenstelligen Bereich aus der ganzen Welt. Eine detaillierte Auswertung erfolgt in den nächsten Tagen.

Im Gegensatz zu den ersten Online-Tests der Festspiele lief diesmal der Verkauf gesittet. Am Eingang empfing den Kunden eine witzige Warteschlange, in der er seinen eigenen Platz sah. Das Vorrücken konnte dauern, je nach Anbieter, ob mobil oder am Computer. „Das lässt sich natürlich nicht regeln“, betont Peter Emmerich.

Einige hundert Anrufe

Die Festspiele haben enorm an der Service-Schraube gedreht und richtig viel kommuniziert. Ständig gab es  auf Facebook aktuelle Zwischenstände darüber, was ausverkauft ist;  und wer völlig ratlos war, fand eine menschliche Stimme am Service-Telefon, das schon am Morgen besetzt war. Ein Angebot, das gern genommen wurde.  Peter Emmerich spricht von einigen hundert Anrufern, was angesichts von 19 000 Karten und Hunderttausenden von potenziellen Internet-Kunden relativ wenig ist. Aber es ging in diesem Fall auch um den psychologischen Faktor, mit Freundlichkeit zu punkten.

21 Minuten Testkauf

festspieleblog.de machte ebenfalls einen Testkauf und zwar mobil (LTE) am Ipad. Punkt 14 Uhr kamen wir in die Warteschlange und schauten zu, wie wir nach vorne rückten. Schon nach rund 10 Minuten standen wir im Ticketbüro, in dem wir herzlich willkommen waren. Wahrscheinlich hätten wir zu dieser Zeit noch Tristan-Premieren-Karten erwischt, glaubten aber ehrlich gesagt nicht an unser Glück und wollten auch keine Zeit verschwenden. Also lieber je zwei Karten Tristan II (E2 für 195 Euro) und  Holländer am Wochenende (Mittelloge, 280 Euro) in den Einkaufskorb gepackt, auf die  Umtauschmöglichkeit verzichtet und ab zur Kasse. Hier hatten wir einzig das Problem der Kundennummer zu lösen — die wir natürlich nicht zur Hand hatten. Aber auch diese Hürde war schnell genommen. Konto verifiziert; Kauf bestätigt, Rechnung und Tickets gingen um 14.21 Uhr im Mail-Postfach ein. Respekt. Wir standen schon länger und mit weniger Erfolg in irgendwelchen Warteschlangen !

Andere Käufer, mit denen wir in Kontakt standen, mussten sich zwar eineinhalb Stunden in der Schlange gedulden, konnten dann aber auch problemlos einkaufen. Je länger der Online-Shop geöffnet war, desto mehr schwand freilich die Auswahl an Karten, Kategorien und Terminen.

Nach vier Stunden ausverkauft

Und ab ca. 18 Uhr hieß es: Alle Karten sind weg. Zuerst war es der Tristan — die diesjährige Neuinszenierung — dann Lohengrin, Holländer und dann der „Ring des Nibelungen“. Klar, dass der „Ring“ nicht unbedingt zur ersten Wahl zählt: Es sind vier Vorstellungen, verteilt auf sechs Tage. Die Zeit und vor allem das Geld muss man erst einmal haben. Die Inszenierung von Frank Castorf und mit Kirill Petrenko am Pult ist allerdings unbedingt zu empfehlen!

Karten, die nicht bezahlt werden, kommen nach gewisser Frist wieder in den Online-Handel, ebenso wie nicht benötigte Diensttickets oder andere Kontingente. „Der Online-Shop bleibt geöffnet“, betont Peter Emmerich.

Online-Shop bleibt auf

Die Aussichten, kurzfristig Tickets für die Bayreuther Festspiele zu ergattern, sind in diesem Jahr jedenfalls erneut ein Stück gestiegen — traurig werden darüber nur die Schwarzhändler sein, waren sie bisher doch die einzige, wenn auch teure Quelle, wenn man nicht jahrelang auf eine Karte warten wollte.

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