Osterfestspiele Salzburg: 2019 wieder Wagner auf dem Spielplan. Hier bei der Programmvorstellung am 25. März 2018.

Osterfestspiele 2019 wieder mit Wagner

Die Stimme heiser („Allergie“), der Inhalt ein Kracher: Nach Jahren der Abstinenz gibt Christian Thielemann wieder einmal „Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner, und das in einer Besetzung, die Fans der Bayreuther Festspiele verzückt jubeln lässt: Georg Zeppenfeld debütiert als Hans Sachs. Zu erleben bei den Salzburger Osterfestspielen 2019.

Weitere Wagner-Größen

Und es folgen weitere Namen, die von den Bayreuther Festspielen mehr als bekannt sind: Klaus Florian Vogt aktuell bei den Bayreuther Festspielen als Walther von Stolzing zu erleben, ist in dieser Rolle auch in der Osterzeit 2019 in Salzburg zu hören; Adrian Eröd gibt Sixtus Beckmesser, das war er bereits in Katharina Wagners Inszenierung bei den Bayreuther Festspielen von 2009 bis 2011. Und noch ein Bayreuther Name: Christa Mayer, umjubelte Brangäne bei den Bayreuther Festspielen („Tristan und Isolde“ seit 2015), singt bei den Osterfestspielen 2019 die Magdalene, kündigte Thielemann „glücklich darüber“ an. Selbstredend, dass er selbst am Pult der Staatskapelle Dresden steht. Wegen des hohen Probenaufwands beschränkt er sich allerdings dann auf nur ein Konzert, das er bei diesen Festspielen dirigiert.

Die weitere Besetzung: Vitalij Kowaljow, 2017 als Wotan bei den Salzburger Osterfestspielen gefeiert, „das war unsere Entdeckung“, sagt sich Thielemann begeistert in Richtung Festspiel-Intendant Peter Ruzicka, gibt Eva-Papa Veit Pogner, Genia Kühmeier, 2012 Micaela in Carmen, aber noch nie in Bayreuth zu erleben, übernimmt die Partie der Eva. Einzig die David-Besetzung ist noch offen. Die geplante Besetzung kam wohl abhanden. Mit dabei sind außerdem der Sächsiche Staatsopernchor und der Salzburger Bachchor und natürlich die Staatskapelle Dresden.

So war es natürlich kokett gemeint, dass Thielemann die Besetzung als „nicht übel“ bezeichnete. Ebenso wie es eine heitere Übertreibung war, die „Meistersinger“ als „leicht zu verdauendes Stück“ zu nennen, das ja auch nicht sonderlich lang sei. Thielemann hat die “Meistersinger” auch lange nicht mehr dirigiert: Er debütierte 2000 damit bei den Bayreuther Festspielen, in den Archiven ist sein letztes Meistersinger-Dirigat 2008 an der Staatsoper Wien zu finden.

Tatsächlich sind „Meistersinger“ auch so ein Herzensstück für das Wagner-As Thielemann, wie er am Sonntag, 25. März 2018, am Tag nach der Osterfestspiele-Premiere 2018 mit Tosca, gut gelaunt bei der traditionellen Programm-Pressekonferenz im Salzburger Hotel Sacher erzählte. Wenn er wählen müsste, „aber das muss ich ja Gott sei Dank nicht“, würde er sich für die „Meistersinger von Nürnberg“ entscheiden, „da ist all das, was im Tristan ist, drin, nur auf die feinere Tour erzählt“. Thielemanns Worten zufolge lernt Georg Zeppenfeld die Mammutpartie, sie gilt als die Herausforderung bei Richard Wagner, seit drei Jahren.

Regie “positiv besetzt”

Der Regieauftrag für die Salzburger „Meistersinger“ geht an Jens-Daniel Herzog (Intendant Theater Dortmund), von dem sich der Dirigent und künstlerische Leiter der Osterfestspiele eine „positiv besetzte“ Inszenierung verspricht. Jedweden Bezug – wie in Bayreuth – auf das Dritte Reich, in dem die “Meistersinger” eine herausragende Rolle spielen mussten, lehnt Thielemann kategorisch ab: „Wenn ich einen der Herren auf der Bühne sehe, bin ich raus aus dem Graben“, sagt er, nicht ohne den Hinweis, dass es verdienstvoll gewesen sei, die Thematik zu behandeln, „aber das ist jetzt ausgereizt“. In Barrie Koskys aktueller Inszenierung bei den Bayreuther Festspielen spielt sich das Stück zum Teil im Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse ab.

Das Stichwort für die „Meistersinger von Nürnberg“ bei den Salzburger Osterfestspielen 2019: „Poesie bei der Regie“, verspricht Thielemann und bekommt bei der Pressekonferenz Applaus für diese Ankündigung. Und noch eine „Bitte“, die der künstlerische Leiter des Festivals an Regisseur Herzog stellt: „Lasst mir die Vorspiele!“. Während der Ouvertüren bleibt der Vorhang somit zu.

Preis für Mariss Jansons

Aufhorchen ließ übrigens noch ein Name: Mariss Jansons, Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters, das wiederum Thielemann noch nie dirigiert hat, erhält nächstes Jahr den Herbert-von-Karajan-Preis der Osterfestspiele und dirigiert dort auch Haydns „Militärsinfonie“ sowie Mahlers 4. Symphonie.

Die Osterfestspiele Salzburg wurden am Samstag mit Puccinis „Tosca“ mit Anja Harteros in der Titelpartie eröffnet. Auf die gefeierte Sopranistin freut sich auch das Bayreuther Publikum: Im Sommer 2018 gibt sie ihr Debüt bei den Bayreuther Festspielen als Elsa in der Neuinszenierung „Lohengrin“. Am Pult: Christian Thielemann.

Während die Tickets vor allem für die Neuproduktion in Bayreuth beim Online-Verkauf traditionell weggingen wie die warmen Semmeln, verkaufen sich dieses Jahr die Karten für die Osterfestspiele Salzburg eher zäh. Nur die Premiere war ausverkauft. Kein Wunder, bei den exklusiven Preisen: Operntickets kosten 170 in der billigsten und knapp 500 Euro in der teuersten Kategorie. Es darf aber angenommen werden, dass der Andrang 2019 erheblich größer sein wird.


Beitragsbild oben: Pressekonferenz der Osterfestspiele Salzburg. 2019 steht wieder Wagner auf dem Programm, das vorgestellt wird von: Jan Nast, Benita von Maltzahn, Peter Ruzicka, Christian Thielemann, Sarah Wedl-Wilson, Lars Zobel. © OFS Matthias Creuziger

 

1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

Mario PICHLER
15. Mai 2018 19:44

Da wird sich der Regisseur ja enorm freuen, wenn er auf der Programmpressekonferenz schon so genaue Vorgaben für seine Inszenierung bekommt…

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